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LEADER Regionalentwicklung Neckartal-Odenwald aktiv e.V.

„Intelligente Marktplätze“ – Rhein-Neckar-Kreis startet innovatives Nahversorgungsprojekt in den Modellgemeinden Schönbrunn und Spechbach

14.08.2017

 

Die Versorgung mit Lebensmitteln, aber auch anderen Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs gestaltet sich insbesondere in ländlichen Gemeinden zunehmend schwierig. So findet im Lebensmittelhandel bereits seit langem eine starke Konzentration auf wenige, großflächige Filialanbieter in verkehrsgünstigen Lagen statt. Gerade für ländliche Regionen droht dadurch eine Ausdünnung des Versorgungsangebots in der Fläche. Auch bei Finanzdienstleistungen oder sozialen Dienstleistungen wird es im Zuge des demographischen Wandels immer schwieriger, ein hinreichendes Angebot vor Ort zu erhalten. Es droht ein zunehmender Attraktivitätsverlust ländlicher Gemeinden. In der Folge ziehen noch mehr Menschen in die Städte, die wiederum als potenzielle Kunden für ländliche Versorgungsangebote fehlen.

Mit dem Projekt „Intelligente Marktplätze“ möchte die Wirtschaftsförderung des Rhein-Neckar-Kreises dazu beitragen, die Entstehung eines solchen Teufelskreises zu verhindern und aktiv gegenzusteuern. Ziel des Projektes ist, innovative Techniken zu nutzen, um die Entwicklung und Erprobung bedarfsgerechter, modellhafter Lösungen zur Stärkung der ländlichen Nahversorgung zu ermöglichen. Eine besondere Herausforderung, aber auch eine große Chance stellt dabei zwangsläufig die Digitalisierung dar, die bereits seit Jahren für einen tiefgreifenden Strukturwandel im Einzelhandel sorgt. „Momentan arbeiten viele große Unternehmen darauf hin, den Durchbruch beim Online-Handel mit Lebensmitteln zu schaffen. Wir sind aber davon überzeugt, dass das Internet den Einkauf im Laden, wo man die Produkte tatsächlich anfassen und sich auch mal mit Bekannten unterhalten kann, nicht gänzlich ersetzen können wird“, so Denis Guth von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, der das Projekt im Landratsamt betreut. „Deshalb wollen wir das Thema genau umgekehrt angehen: Die Frage ist, wie können die neuen digitalen Technologien dabei helfen, den Bestand an stationären Versorgungsangeboten in ländlichen Gemeinden zu stärken und den Verdrängungswettbewerb aufzuhalten?“

Wie ein solcher „intelligenter Marktplatz“ konkret aussehen kann soll gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den in der Region tätigen Nahversorgungsakteuren erarbeitet werden. „Zunächst einmal wollen wir einen breiten und ergebnisoffenen Dialog in den Gemeinden anstoßen, wie die Nahversorgungssituation konkret verbessert werden kann“, betont Landrat Stefan Dallinger. „Deshalb möchten wir ab Herbst 2017 mehrere Bürgerforen und Workshops zum Thema Nahversorgung in Spechbach und Schönbrunn durchführen und hoffen natürlich auf eine rege Beteiligung bei diesem wichtigen Thema. Außerdem wird es auch eine Beteiligungsplattform im Internet geben“. Begleitet wird der Prozess von der CIMA Beratung + Management GmbH aus Stuttgart, die eine umfassende Bestandsaufnahme vornimmt und eine Machbarkeitsstudie mit konkreten Handlungsempfehlungen für die Verwirklichung eines „intelligenten Marktplatzes“ ausarbeitet. CIMA ist ein im gesamten deutschsprachigen Raum tätiges Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt im Bereich Regionalentwicklung und Einzelhandel und verfügt über langjährige Erfahrung bei der Erstellung von Nahversorgungskonzepten in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Landkreisen.

Für diese erste Projektphase ist es dem Rhein-Neckar-Kreis gelungen, Fördermittel in Höhe von 25.440 Euro aus dem Programm LEADER einzuwerben. Der Kreis selbst steuert ebenfalls knapp 25.000 Euro zu dem Projekt bei.

 

Bericht und Bild: Wirtschaftsförderung Rhein-Neckar-Kreis